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Dienstag, 10. November 2015

"Wehret den Anfängen" - Der 09. November und PEGIDA

Am 09. November vor 77 Jahren spielte sich eine der düstersten Nächte in der Geschichte Deutschlands ab. Es war die Reichspogromnacht! In diesem Jahr wird dieser Gedenktag von einer der unsäglichsten Sachen unseres heutigen Deutschlands besudelt, der PEGIDA Demonstration in Dresden.

Viele halten dies sicher für Geschmack- oder Respektlos, es ist aber noch viel schlimmer. Es beleidigt das Andenken derer, welche im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen und derer, die bis heute gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft kämpfen.

Aber es gibt auch viel Grund zur Hoffnung! Eine Petition, welche für ein Verbot der gestrigen Demonstration auf dem Dresdner Theaterplatz gestartet wurde, erhielt binnen kürzester Zeit knapp 100.000 Unterstützer. Mit anderen Worten, das zehnfache derer, welche sich für Rechtspopulismus instrumentalisieren lassen.

Auch sehe ich es nicht negativ, dass die AfD bei aktuellen Umfragen beständig die 5% Prozent-Hürde überwindet und damit in den Bundestag einziehen würde. Erst dann wird nämlich sichtbar werden, in welcher Bedeutungslosigkeit diese Partei enden wird. Je größer die Öffentlichkeit für diese Partei wird, desto mehr wird klar werden, dass keinerlei politische Substanz hinter den billigen Parolen von Höcke & Co. steckt!

"Wehret den Anfängen"! Dieser Satz ist heute aktueller denn je, denn nur durch Aufmerksamkeit können Ereignisse wie das vor 77 Jahren verhindert werden!

Dienstag, 15. September 2015

Bekommt Pegida wieder mehr Zulauf?

Gestern Abend war es mal wieder soweit. Die Pegida-Anhänger in Dresden demonstrierten mal wieder gegen eine, wie sie es nennen, Islamisierung des Abendlandes. Seit Monaten eigentlich nicht weiter groß beachtet, strömten gestern wieder rd. 5.000 Menschen zur Demo. Verhilft die Diskussion über die Flüchtlingspolitik der Pegida Bewegung wieder zu neuer Stärke?

Es sieht leider ganz danach aus. Und als ob dies noch nicht genug sei, teilte der Pegida-Chef Lutz Bachmann auch noch mit, dass er eine Pegida-Partei gründen wolle, welche bei Kommunal-, Landes - sowie zur Bundestagswahl antreten solle. Aber hat diese Bewegung wirklich eine Chance, sich über die Protestbewegung hinaus zur wählbaren Partei zu entwickeln? Ich denke eher nicht! Zu viele Streitigkeiten innerhalb der Bewegung und zu viele andere, kleine Splitterparteien wie die AfD oder die längst abgeschriebene NPD, machen einen Erfolg, höchstwahrscheinlich schon vor einer Wahl, zu nichte.

Man kann in unserem Land nur froh sein, dass diese Art von Bewegungen oder auch Parteien, sich immer selbst destabilisieren und somit größere Wahlerfolge zu nichte machen. Man muss sich doch nur mal diese ganzen "Politiker" der NPD ansehen um zu wissen, dass mit diesen Menschen keine ernsthafte Politik zu machen ist. Ebenso wird das, aller vorraussicht nach, auch bei der noch zu gründenden Pegida-Partei der Fall sein, falls es überhaupt zu deren Gründung kommt. 

Hassparolen und Angsmacherei helfen uns in der derzeitigen Lage mit Sicherheit nicht weiter, aber genau dies versuchen Her Bachmann und seine Artgenossen zu produzieren. Ich möchte wirklich nicht in einem Land leben, in dem solche Menschen Einfluss auf unser Leben nehmen und es politisch mitbestimmen können. Deutschland würde sich dafür schämen müssen!

Samstag, 29. August 2015

"Refugees welcome!" - Ein Statement

Es ist kaum vorstellbar, was Menschen durchmachen müssen, die sich auf der Flucht befinden! Alles wird zurückgelassen. Freunde, Verwandte, die Heimat und alles andere was ein "normales" Leben ausmacht. Man versucht ein neues Leben anzufangen in dem Wissen, die eigene Heimat nie wieder in dem Zustand zu sehen, in dem man sie verlassen hat. Vielleicht sogar in dem Bewusstsein, manch einen Freund, Bekannten oder Arbeitskollegen an den Krieg zu verlieren. Dies alles muss überwunden werden und das erste was man sieht, ist ein Aufmarsch von Rechtsradikalen welche skandieren: "Ausländer raus", "Deutschland den Deutschen" und allerhand mehr gestriger Parolen.

Es ist kaum vorstellbar, dass eine große Zahl der Deutschen dieses Verhalten gut heißen oder wenigstens tollerieren und doch passiert es Tag für Tag. Kann es denn wirklich sein, dass man automatisch alles Fremde mit Angst assoziieren muss? Vielemehr könnte man versuchen, diese kulturelle Vielfalt als Chance für ein neues miteinander zu sehen. Eine Chance dafür, Kinder in einer neuen Offenheit zu erziehen und auch manche eigenen Ängste einfach zu überwinden.

Es ist kaum vorstellbar, dass erst eine Diskussion darüber entfacht werden muss, dass rechtsradikale Hetze auf Social Media Platformen wie Facebook geahndet und verfolgt werden muss. Das es nötig ist, Menschen daran zu erinnern andere Menschen mit Respekt zu behandeln, so wie sie ja auch sicher selbst behandelt werden möchten.

Es ist kaum vorstellbar, dass die Demokratie in Deutschland so schwach ist, dass die Versammlungsfreiheit beschränkt werden muss um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Natürlich sind manche Meinungen von lautstarken Minderheiten zum Teil schwer zu ertragen, doch müssen wir diesen Ansichten mit Fakten und Verstand und nicht mit Verboten begegnen. Ansonsten wären wir in diesem Land kaum besser, als die, aus welchem die Menschen zu flüchten versuchen.

Und am allerwenigsten ist vorstellbar, das beinahe jeden Tag neue Meldungen über brennende Unterkünfte die Nachrichten beherrschen! Doch leider passiert es! Damals, zur Fussball-Weltmeisterschaft 2006, hat die Welt uns noch für unsere neue Weltoffenheit und Tolleranz bewundert, und nun das.

Allerdings ist es sehr wohl vorstellbar, dass die Deutschen ihr Grundgesetz auch zu verstehen lernen. In Artikel 1 steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, nicht nur die des Deutschen!

In dieser schwierigen Situation wäre es wichtig, dass die Menschen mehr mit ihrem Herzen denken würden und sich vielleicht einmal die Frage stellen: "Wie würde es mir gehen, wenn ich in deren Haut stecken würde?"

Dienstag, 13. Januar 2015

Paris, Pegida & die Machtlosigkeit der Politik

Nach den ekelhaften Anschlägen von Paris, versammelten sich am heutigen Montag wieder tausende Menschen zur Demonstration der Pegida-Bewegung in Dresden. 

Diese Anschläge sind natürlich für die Pegida, so schrecklich das auch klingen mag, gerade zum rechten Zeitpunkt gekommen. Die meisten vereinheitlichen die Pegida als ein Sammelbecken verschiedenster rechter Gruppierungen, welche nur ihre eigenen Interessen, bzw. deren eigenen Wahlerfolg im Kopf haben. Doch kann man das so pauschal bewerten? Ich denke nicht!

Allein die Anzahl von 25.000 Demonstranten zeigt, dass es nicht nur rechtsextreme oder rechtspopulisten sein können, welche da auf die Strasse gehen, sondern vielfach einfach ganz normale Menschen, die einfach Angst vor dem Unbekannten haben. Gerade der Zustrom von Flüchtlingen in den letzen Monaten, hat die Menschen irritiert, da die Politik es versäumt hat, hier für Offenheit und Klarheit zu sorgen.

Natürlich ist es wichtig, Flüchtlinge aus Krisengebieten aufzunehmen, doch ist es auch wichtig, die Bevölkerung im eigenen Land über die Anzahl und Dauer des Aufenthaltes aufzuklären. Immer nur auf Tolleranz zu bauen, führt vielfach zu ganz einfacher Angst.

Diese Angst machen sich dann widerum Rechtspopulisten zu nutze. 

Fakt ist, Islamisten sind nicht automatisch Extremisten, der Islam ist eine der friedlichsten Religionen überhaupt, in welcher Krieg und Gewalt stark verurteilt werden.

Fakt ist aber auch, nicht jeder Demonstrant ist gleich ein Nazi! 

Pauschalierungen sind oft sehr einfach, doch führen diese dann wieder zu Missverständnissen und Gewalt, was im Interessen von keinem sein dürfte!

In diesem Sinne ... Je suis Charlie